Musikkapelle Bhlerzell

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1803 bis 1924

Auf den damaligen Schulmeister Bernhard Spresser folgte sein Schwager Sebastian Bundschuh, der in früheren Jahren ebenfalls den Empfang der 4 Gulden quittiert hatte. Er war bis 1837 in Bühlerzell auch als Lehrer aktiv und hat sicher die damals bereits über 40 Jahre bestehende Tradition der Kirchenmusikanten fortgeführt.

Im  Verlauf des 19.Jahrhunderts wurde in Bühlerzell weitermusiziert, namentlich bekannt sind die Spielleute Hans Harsch, Christian Forster (von Beruf Chirurg und Geburtshelfer), Michael Hirschmann, Ernst Hofmann und Johannes Küfer. Sie spielten vorwiegend zur Hochzeit oder Kirchweih vom Nachmittag bis in den frühen Morgen  für 4 bis 5 Goldmark pro Spielmann. Ansonsten wurde auch um Trinkgeld gespielt, das mit einem Schöpflöffel aus Holz eingesammelt wurde.

Um das Jahr 1870 gingen die Bühlerzeller Spielleute, sechs an der Zahl, zu einem Kirchweih- und Weinfest in die Heilbronner Gegend. Während 5 Musikanten unmittelbar nach dem Weinfest heimkehrten, kam der sechste Musikant erst eine Woche später zurück. Bis in die ersten Jahre des 20.Jahrhunderts hinein ließ der „Wängershans“ allen voran bei Hochzeitsfeiern immer wieder seinen Baß erschallen.

1924 bis 1951

Als sich das politische und wirtschaftliche Leben nach dem ersten Weltkrieg wieder normalisiert hatte machten sich Alois Weikel jun. und Wilhelm Deiß daran, wieder eine Musikkapelle aufzustellen. Vater Deiß unterstützte sie dabei und stellte seine Schreinerwerkstatt für die Musikproben zur Verfügung. Bald gesellten sich fünf weitere musikbegeisterte junge Männer dazu. Der hoffnungsvolle Neuanfang war gemacht, aber das Wichtigste, ein Dirigent, fehlte.

In Bühlerzell gab es keine geeignete Person, sie mussten sich also selbst helfen und taten dies so gut es eben ging. Zwei der jungen Musiker hatten  Musikunterricht gehabt und konnten ihren Kameraden das Notenlesen ein bisschen erklären. Dazu kam, dass Wilhelm Deiß in Crailsheim zur Arbeit ging. Bei Stadtmusikus Glück nahm er die Woche über Musikunterricht und gab das Gelernte am Samstag und Sonntag an seine Kameraden daheim weiter. Somit war er der erste Dirigent der jungen Kapelle. Auch Robert Hofer eignete sich im Laufe der Zeit Kenntnisse an, die ihn befähigten, den Dirigentenstab zu führen.

Neubeginn nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1924
Neubeginn nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1924

So konnten sich die Beiden, wenn es  nötig war, ihre Aufgabe teilen. Das letzte Bühlerzeller Radfest 1925 (es bestand damals in Bühlerzell der Radfahrverein „Pfeil“) bot die erste Gelegenheit bei einem Festzug mitzuspielen. Zudem spielten sie bei Hochzeiten und nach Theateraufführungen des Gesangvereines Tanzmusik. Das Jahr 1927 brachte einen neuen Aufschwung. Die wachsende Gunst der Bevölkerung und die Initiative des Bürgermeisters Bolsinger, anlässlich einer Feier im Kellerwald, brachten der kleinen Kapelle neuen Zuwachs.

Für den Kauf der fehlenden Musikinstrumente wurde ein Darlehen bei der Spar- und Darlehenskasse Bühlerzell beschafft, für welches ein Gönner die Bürgschaft leistete. Die verstärkte und verbesserte Kapelle spielte bei Hochzeiten, Gedenkfeiern und besonderen Anlässen und trat des Öfteren auch außerhalb der Gemeinde auf. Im Jahre 1932 kam Alois Beuter als Lehrer nach Bühlerzell. Begabt und ausgebildet in Gesang und Musik, dirigierte Lehrer Beuter die Musikkapelle.

Eigene Uniformen (schwarze Hosen, graue Kittel und Graue Schirmmützen) erhielten die Musikanten im Jahre 1933, finanziert durch eine Holzsammlung in der Gemeinde. Durch eine Sammeltour mit Musikvorträgen in den Teilorten wurden die Herzen der Waldbesitzer aufgeschlossen. Besondere Ereignisse während der Zeit Beuters waren der Bezirkskriegertag 1933 in Bühlerzell und das 8.Liederfest des Kochergaues in Gaildorf. Den schönsten Erfolg errang die Musikkapelle auf dem Musikfest in Aalen 1934.

Die Kapelle im Jahre 1933 mit neuen Uniformen
Die Kapelle im Jahre 1933 mit neuen Uniformen

Beim Wertungsspiel in der Unterstufe erspielte die Kapelle mit der Ouvertüre „Der kleine General“ die Bewertung „vorzüglich“. Dieser Erfolg war vor allem der harten Schulung und dem Können Beuters zu verdanken. Lehrer Beuter verließ Bühlerzell im Jahre 1937 und ungern sah ihn die Musikkapelle scheiden. Von nun an schwang Robert Hofer wieder den Dirigentenstab. Nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges war ein geordnetes Vereinsleben nicht mehr möglich, da die meisten aktiven Spieler zur Wehrmacht einberufen wurden. 

Alois Nikel, Josef Boy, Anton Köhler, Alois Deiß, und Theodor Deiß kehrten aus dem Krieg nicht mehr heim. Nach dem Krieg, als sich das Leben wieder langsam normalisierte, erwachte auch wieder das Bedürfnis nach Musik. Die alten Kameraden fanden wieder zusammen, aber klein war die Schar. In den Jahren 1949 bis 1950 bahnte sich eine neue Entwicklung an. Junge Kräfte drängten zur Musik, von der älteren Garde begrüßt und gefördert.

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